Erste zwei Minuten des Films "Rheinfahrt"

Diese Farbzeile anklicken - dann sieht man die ersten zwei wunderbaren Minuten des 90-Minuten-Films "Rheinfahrt. Vom Rheinfall bis zum Drachenfels", hört dazu keinen Kommentar, nur die ersten Minuten einer frühromantischen Musik, komponiert kurz vor 1848 (bitte gute Lautstärke! und Bild total!)


Mit einem Nachwort in Sachen Drachen:

Am Himmel steht eine Kuh



Nach gut 1800 Druckseiten über das "Nibelungenlied", hier ist die berühmte Geschichte ein weiteres Mal erneuert, aus Ältestem. Ins Wahrscheinlichste. Nun szenisch, als frühes Europa- Drama. Da ist vieles neu – die Frage, was am Nibelungenlied „deutsch“ sei – Roms beginnende Kirche – die Sternbilder – der Drachenkampf –

In den Weltkriegen, im Nationalwahn – unter Siegfried-Signalen – hatten junge Menschen zu verrecken, massenhaft. Und nichts hatte das zu tun mit der ursprünglichen Siegfried-Geschichte.

Das beginnt und endet nun mit Verfluchungen von Frauen. „Diese Länder werden verbrennen.“ Da geht es um Herrschaftssprache, um Feuerkunst, um Siegfrieds Ermordung. Durch Hagen? Da geht es um König Gunthers total missratene Hochzeit.

Burgunderprinzessin Krimhild schläft mit dem Xantener gleich in der ersten Nacht. Und alles spricht dafür, dass der seine Feuerkunst dort gelernt hat, wo später Schmied Krupp residierte. Und dass er dann in Rom dem „Polis“-Betrieb begegnete, dem Politischen.

Goethe, als er das altdeutsche Epos kennen lernte, wünschte sich das "Nibelungenlied" zu einem „Volksbuche“. Das sollte nicht nur Wissenschaftlern bekannt sein, sondern Jedermann, für Weimars Theaterchef auch als „Volksstück“, so lesbar wie spielbar. Am 28. 8. 1808 hat Bibliothekar Riemer als Gast bei Goethe eine weitere Äußerung notiert, der redete darüber, wie Romantisches einzig erträglich werde. Nur da, „….wo es in der Großheit ans Antike grenzt, wie in den Nibelungen.“ 

Germanisten sind sich einig, die Siegfried-Geschichte basiert auf Ereignissen der Völkerwanderung, auf der des 5. Jahrhunderts. Überfällig, der ältesten Erzählung aus dem zentralen Europa ihren Rang zurück zu geben, ihre enormen Bilder, ihre Träume, ihr globales Entsetzen, ihre Würde. Waren die Alten dümmer? Wo wir dehnbare Begriffe nutzen, hatten sie Figuren. Bilder. So einleuchtend wie universell. Und so wird nun auch der Drache sichtbar, als Gier. Er hieß NidGir. Nach jeder Enthauptung wachsen ihm neue Kriegsfratzen. Die gebildeten Poeten des Epos, die kannten noch die Wahrheit der Mythen, die Tragödien der Griechen.

In einer tausendjährigen isländischen Handschrift heißt erNidGir, "NeidGier". Und der dieses Habsuchtmonster besiegen wollte, der mit dem „Fried“ im Namen, in den Weltkriegen wurde er missbraucht als "blonde Bestie", als "Held" für "Ehre", Vaterland" und "Opfergang". Kriegsfronten hießen „Siegfriedlinien“. Jetzt endlich wird er nach Ältestem zu dem, was er nach Frühstem gewesen sein muss. Ein Weltbürger. Grenzenlos. "Deutsch" wird er in den alten Belegen niemals genannt, "deutsch" nennt das Epos nur die Wormser und nur ein mal: als sie untergehen im Osten. Als SiegFried, gemeuchelt, nachts vor Krimhilds Kammer lag, da habe die Frau, heißt es, geschrien, die volle Nacht hindurch. Bis tief in den nächsten Tag. Bis keine Stimme mehr war. Krimhilds Zukunft war ermordet. Und die Europas.



Foto: E. Schulz

Skandal, was in Sachen Siegfried seit je verdrängt wurde. Skandal auch, was vor und im Rathaus Stuttgart zu sagen war zu "S 21". Und zu "Fessenheim", zum AKW neben Freiburg. Ja, Skandale, aber eigentlich geht's mir in allem um den besten Satz, der deutschsprachig im 20. Jahrhundert zustande kam, um den von der Unantastbarkeit. Nicht des Deutschen, sondern "des Menschen". Wollte immer wissen, wie dieser Satz entstehen konnte, der von der "Würde", in der Geschichte, in den Geschichten. Und wie er immer neu behindert wurde, auch von "Wissenschaft".

Das "Studium Generale" der Universität Freiburg stellte mir zum 26.1.16 das Thema: "Siegfried. Nationalheld? Deutscher? - Ein Blick in die Quellen." - Die "maeren", nämlich die ältesten Quellen, sie melden, er war weder deutsch noch Nationalheld. Sondern ein vernunftnaher, ein früher Welt-Bürger.




"Lodemanns "Siegfried" ist ein "Störenfried", ein "Vernünftiger" ... Gibt dem vielgeschmähten und missverstandenen Mythos eines wieder: den Respekt. Und das war, da hat Jürgen Lodemann ja so recht, "überfällig". Abwarten, ob die Theater das auch so sehen."

Alexander Dick, Badische Zeitung



"Die "33 Szenen" sind ein saftiges, ein gut spielbares Volksstück.

Jörg Bartel, NRZ/WAZ

FESSENHEIM Novelle

Nuclear power ruins earth. Nach einem Bodensee-Beben stürzt eine Wasser-Walze rheinab und verwüstet am Rhein Frankreichs Atomkraftwerk Fessenheim, 18 km neben Freiburg. Im üblichen Südwestwind ist die unsichtbare nukleare Wolke nach 40 Minuten in Freiburg, wenig später in Stuttgart, tags drauf in Berlin. Zu betreten nur noch auf eigenes Risiko -

Direttissimas durch Geologie, Medien, Erotik, Politik. (Auch als e-book). Der G.A.U. entpuppt sich als realistisches Szenario aus Tektonik, Nukleartechnik und dem verlogenen Kalkül der Atom-Konzerne. Gegen die Lächerlichkeit der "Notfall"-Pläne ist die Novelle "Fessenheim" littérature engagée. Reporter B.B. liebt Frauen, erlernt durch sie auch die Empfindlichkeiten der Erd-Haut, speziell des Oberrheingrabens -

Atomkraft "sauber"? Sie ist nicht nur die gefährlichste Energie-Quelle, sie ist auch aussichtslos unwirtschaftlich. Alle Spätfolgen wurden weggelogen, hochintelligent asozial. - Das Buch "Fessenheim" liefert als letzten Alarm zwei "Lösungen":
ÜBUNG: die 225 000 Freiburger werden komplett evakuiert
SIGNAL: das grün-alternative Freiburg wird im Jahr 2025 "Europas Kulturhauptstadt"

Foto Bille Haag

"An Prozessoren dürfte kein Schiff mehr unkontrolliert vorbei fahren. Auf dem Rhein wie auf der Elbe." Ein Sicherheits-Experte.


Das Atomkraftwerk Fessenheim steht zwischen Basel und Freiburg im tektonisch sensiblen Grabensystem des Oberrhein. Da zerfiel schon vor wenigen Erdminuten Basel. Fessenheim ist einer von weltweit fast 500 Prozessoren, im Bau sind 69. Es entstanden bislang mehr als 350 000 Tonnen Atom-Müll, tödlich. Sichere "Endlagerung"? für 100.000 Jahre? Eine unserer fatalen Lügen.

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Aus 3000 m Höhe: Erdspalt "Sankt Andreas"

Das Spaltensystem zerriss 1906 San Francisco

(Film und Foto Lodemann. Mehr in "Dokumente", "Tagebuch", "Filme": "Amerika überm Abgrund")



mit meinen großen Brüdern, 1939

SALAMANDER Roman

Ein(e) Ladyboy zieht von Berlin nach Freiburg zu ihrem Großonkel, zum alten Schriftsteller Harry und wird verfolgt von zwei Liebhabern, vom Amerikaner Bob und vom Türken Tansel: US-Mann kontra Moslem. Der alte Harry will Verständnis, Toleranz, "Integration" und interessiert die drei jungen Leute für eine real existierende Freiheitsoper von 1848 (nachhaltig ignoriert), in der zum ersten Mal nicht historische Helden agieren sollten, sondern "Fabrikarbeiter". Die beschworen 1848 vergeblich "einig seid" und "Recht" und "Freiheit" - in einer romantischen Oper zum ersten und einzigen Mal: Arbeiter.

Tansel ersticht Bob. Bundesanwaltschaft will, dass der alte Harry detailliert aufschreibt, was er weiß. Seinen Bericht nennt Harry "Salamander", weil nach seiner Meinung Schwanzwesen mit Feuer spielen müssen. Nur Leser seines Berichts wissen, was sich zwischen Ladyboy Undine und ihren Lovern anbahnt. Es geht um Lust, Fremdheit, Angst. Um "inspirierende Wortgefechte" (Badische Zeitung), "Unterhaltsam, sehr sympathisch" (Stuttgarter Ztg.), "Lesevergnügen" (SZ). Es geht auch um Freiburg. "Die Welt": "Lodemann hat den Roman zu Deutschlands neuer Musterstadt geschrieben".

(Auch als e-book. Siehe "Bücher", "Medien-Echos")

Jürgen Lodemann, Filme- und Büchermacher, gezeugt für Hitler, "dem du danken kannst, dass du lebst" (schrieb der Vater 1936, siehe "Handschriften")

  • geboren 1936 in Essen, Studium in Freiburg (Philosophie, Germanistik, naturwissenschaftliche Geographie). Staatsexamen, Promotion über Bürgertum im Vormärz ("Biograf.Daten")
    30 Jahre Redakteur, Filmemacher, TV-Moderator in B.-Baden, siehe "Bücher", "Filme", "Biograf. Daten"
    .
  • Setzte seit 1975 gegen die Bestsellerlisten die Bücher-SWR-Bestenliste, die bis heute monatlich wirksame Qualitätsliste der deutschsprachigen Literaturkritik, mit potentiell 100 Juroren aus Österreich, Schweiz und der Bundesrepublik (genehmigt wurden im SWF nur 35).

  • Debut erst mit 39, mit „Anita Drögemöller und die Ruhe an der Ruhr“, erster weitgehend phonetisch notierter Roman (Ruhrdeutsch), Aufstieg und Fall einer Essener Lust-Arbeiterin, die durch eine Bahn-Toilette auf die Welt kommt. Erster Regio-Krimi. Laut Stern von einem "Schreibtischwüstling". Max von der Grün: „Die deutsche Literatur ist arm an solchen Büchern, die so leicht zu lesen sind und doch ernsten sozialen Hintergrund liefern.“

  • 1980 „Ahnsberch. Volksstück über die Räuber an der Ruhr". Der Chef der ruhrbeherrschenden Zeitung wird gekidnappt. Traum vom autonomen Ruhrgebiet. Ein Jahr erfolgreich in Peymanns „Bochumer Ensemble“.

  • 1985: „Essen Viehofer Platz“, Roman. Das Ruhrrevier als Modellfall. Das Prekariat als Opfer der Menschen-Händler. Volker Hage (damals FAZ): „...Und der Erotik wird in der deutschen Literatur endlich wieder zu ihrem Recht verholfen: Lodemann versteht es ...“

  • 2000: "Lortzing" (672 Seiten) über den frühromantischen Theatermusiker und 1848er, der - als erster vor Wagner - Operntexte selber schrieb, 1848 Text und Musik zur Paulskirchen-, Blum- und Freiheits-Oper "Regina". Konzipiert als Lehrstück." In den Hauptrollen: "Arbeiter von allen Klassen". Regina, "die mich erschauen ließ ein irdisch Paradies!" - Der farbige Link "Rheinfahrt" auf dieser Seite oben links liefert Lortzing-Musik (erste Takte seiner Oper über geschändete Natur "Undine". Siehe auch den Vortrag "Nun kommt der Freiheit großer Morgen?", anzuklicken als Freiheitsoper1848Regina.pdf

  • 2002: „Siegfried und Krimhild. Die Nibelungenchronik“, Roman, 893 Seiten,gemäß Heiner Müllers „die Nation beerdigen“. Der sagenhafte Stoff wird revidierend erzählt nach ältesten historischen Quellen. Die Nibelungensage als Menschheitsparabel an der Wende Europas von der Antike zum Mittelalter. Altgermanist Otfrid Ehrismann: „. . . hat dem Nibelungenmythos eine neue und zukunftsfähige Würde gegeben.“ ("Medien-Echos")

  • Eva Willermann (Münster): "Lodemann liest hinreißend." - W. Ignée (Stuttgart): "Exzellenter Vorleser"

  • 2008: "Paradies, irisch", Aufstieg und Sturz der westlichsten Stadt Europas. Im 800jährigen Kolonialkrieg Englands gegen den Nachbarn Irland wird der Fischer-Ort Galway zu einem denkwürdigen Modell. Unter der Dynastie der Lynchs geht es in der atlantischen Hafenstadt früh um Bürgerrechte für alle, entsteht ein Friedens- und Wirtschaftswunder, ein Biotop der Lebenskünste. Diesen historischen Roman von Blüte und Absturz der Stadt-Idee und der Dynastie der Lynchs bezeichnete Erich Fromm kurz vor seinem Tod als "Tragedy of justice". - Deutschlandradio Kultur: "meisterlich". - Mehr in "Medien-Echos", "Textproben".

In der winterlichen Stuttgarter City, Vorlesen aus
"Siegfried und Krimhild. Die Nibelungenchronik"

In diesem Moment Brünhilds althochdeutsche Verfluchung (Seite 709): "...die Gier hat sich bewaffnet ... Flammen werden fressen Länder und Leute ..." (...ia lant enti thiut logna farterit...)


Kirchen-Figur in "Paradies, irisch"




. "Pfarrer Lodemann stürzt von der Kanzel und erschlägt zwo Gemeindemitglieder"

F.K.Wächter "Es lebe die Freihei - - - "

Diogenes 1981

1980 "Ahnsberch" im "Bochumer Ensemble", Regie Alfred Kirchner, Schlussbild





"Redner" an Unis in Ankara und Istanbul (Nov . '15). Und "Die Bagdadbahn" (s."Filme") wird dort gezeigt mit türkischen Untertiteln. Um 1900 wünschte sich Deutschlands letzter Kaiser so was wie eine neue Völkerwanderung, noch mal in der altgermanischen Richtung, von Nord nach Süd - 100 Jahre danach kommt das eher andersherum (zum Vergrößern einfach anklicken):


PROUST’S
QUESTIONS


(2009 in Irland beantwortet für den „Galway-Advertiser“, in Galway, an Irlands Atlantikküste)

What is your idea of perfect happiness? Being accepted for my imperfectness

Which historical figure do you most identify with? Robert Blum, who was already trying to make Germany democratic in 1848

Which living person do you most admire?  Daniel Barenboim, a conductor - in both senses of the word

Which is the trait you most deplore in yourself? Wanting to be popular

What is your greatest extravagance? Loving REGINA, an unknown opera about liberty, created in 1848

What is your favorite journey? Between my ears

On what occasion do you lie? When writing true stories

Which living person do you most despise? The one, who dismantled the Galway to Clifden railway

What or who is the greatest love of your life? REGINA, the only opera about real factory workers

When and where were you happiest? When I finished my Galway novel after 50 years: “Paradies, irisch”. 

Which talent would you most like to have? Living in so-called reality

What is your current state of mind? Not suffering from but enjoying life as elderly person

What do you consider your greatest achievement? Turning the fateful German Nibelungenlied into a pacifist tale - in a successfull big book and as a theater play

If you were to die and come back as a person or a thing, what do you think it would be? As an autograph-tree for the new Irish poets

What is your most treasured possession? Enthusiastic belief in human rights

What do you regard as the lowest depth of misery? Absence of live communication

What is your favorite occupation? Dreaming

What is the quality you most like in a man? Fantasy – what about a pedestrian bridge between Galway University and City, spanning the massive old railway pillars?

What is the quality you most like in a woman? Fantasy

Who are your favorite writers? Those with social conscience

What is your motto? We all start as non-conformists






In Galwayer Pubs ging die gut gelaunte Rede, Columbus habe vor seiner großen Entdeckung in Irland geforscht, Galwayer Fahrensleuten sei es zu danken, dass die Neue Welt überhaupt gefunden wurde. Lange hielt ich das für eine der geliebten Phantasien der Guinness-Freunde, bis 1988 für meinen Galway-Film Auskunft kam von der Columbus-Bibliothek in Sevilla. Dort hat eine alte Reisebeschreibung aus dem Besitz des Columbus an der Stelle, an der Galway erwähnt wird, einen handschriftlichen Eintrag von der Hand des Amerika-Entdeckers: Nos videmus multa notabilia in Galway  ("viel Bemerkenswertes sahen wir in Galway").

Inzwischen steht am Galwayer Hafen ein Denkmal: Von hier aus bekam Columbus, der Entdecker der Neuen Welt, wertvolle Hinweise. (Siehe oben auf dieser Seite "Paradies, irisch". Aber auch die Seiten "Bücher" und "Filme", z.B. den Film "Columbus: Bemerkenswertes sahen wir in Galway").



(1978)


(2008)


Mit großen Brüdern und Vater. April 1941

(siehe "Foto-Galerie")


2009

(vor einer Lesung aus „Fessenheim“):

 

Von den Märchen heißt es, dass sie zum Letzten gehören, was vielleicht noch Wahrheiten weiß. "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selber nich verstehen", liest man bei großen Denkern (Adorno/Scholem). Lassen Sie mich diesen Fessenheim-Abend anfangen mit dem Märchen von Undine, von der elementaren Frau aus dem Wasser. Die ist eine Erfindung des Paracelsus, des Arztes und frühen Naturforschers Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der starb 1541. „Undine“? Den Namen holte er sich aus dem lateinischen unda – Welle. Undine dachte er sich als eine Verkörperung der entscheidenden Naturkraft, des Wassers.

Zu Undine entstanden Erzählungen und Märchen, auch Opern, von ETA Hoffmann und von Albert Lortzing. Um ein elementares Wasser-Ereignis geht es auch in der Novelle „Fessenheim“.














Vor meiner Lesung sehen Sie jetzt die ersten zwei Minuten und 20 Sekunden des Films „Rheinfahrt“, sehen also den Rhein, hören aber keinen Kommentar, sondern nur die ersten Minuten der Lortzing-Oper „Undine“. Diese frühromantische Musik (1845/46) scheint eben das zu erzählen, was der Undine - der Natur - vom Menschen widerfährt, trotz aller Sehnsucht nach Schönem und Besserem. Die Menschen-Natur als Naturkatastrophe. Mein alter Film "Rheinfahrt" zeigt kein Atomkraftwerk, sondern des Planeten fast größte Chemie-Fabrik BASF - am Rhein. Im Märchen wie in den Opern zieht Undine sich am Ende zurück in ihre Ursprünge, in die "Kristallgewölbe". Von denen liest man bei Paracelsus und von denen singt Undine in Lortzings Oper, kurioserweise ist davon keine Rede oder Gesang in der gemeinsamen Oper der "Romantiker" Fouqué und ETA-Hoffmann. Für den Dichter-Komponisten Hoffmann schrieb Fouqué das (grausige) "Undine"-Libretto.

 Film und Musik per Klick am Beginn dieser Seite, beim farbigen Link RHEINFAHRT









Die letzten Sätze im Nachwort zu "Siegfried" ("Am Himmel steht eine Kuh"):

Nun gut erschöpft von fast dreißig Jahren Lust-Arbeit an der ungeheuren Geschichte, ja, von einer „Heiden-Arbeit“. Das Europa-Drama nun szenisch. Und erneuert aus Ältestem. Erneuert in Aufbau wie Handlung – zum Beispiel kein realer Drachenkampf mehr, auch kein Lindenblatt mehr und in Siegfrieds Jagdhemd näht Krimhild kein Kreuz. Gut erschöpft nun vom korrigierenden Rekonstruieren ins real Wahrscheinliche – der größten unter den ältesten deutschsprachigen Mitteilungen, der viel gefälschten.

oben die Kuh im wilden Orion
unten mit Heidenreich und Böll im Café Größenwahn, November 1984



 Foto Jörg Höhn